SPD-Fraktion fordert kommunale Strategie gegen Asiatische Hornisse

Jan. 24, 2026

Die SPD-Gemeinderatsfraktion Mühlacker bringt einen Antrag in den Gemeinderat ein, mit dem die Stadtverwaltung beauftragt werden soll, eine kommunale Strategie zum Umgang mit der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) zu erarbeiten. Ziel ist es, die Ausbreitung dieser invasiven Art frühzeitig und wirksam einzudämmen und damit die heimische Insektenwelt, die Biodiversität und die Imkerei nachhaltig zu schützen.

„Die Asiatische Hornisse ist kein Randthema für Fachkreise, sondern eine reale Bedrohung für unsere Umwelt und unsere Lebensgrundlagen“, betont Fraktionsvorsitzender Paul Renner. Die Art jagt bevorzugt Honigbienen, greift aber auch zahlreiche andere Insekten an. Der Rückgang von Bestäubern hat weitreichende ökologische und wirtschaftliche Folgen, für die Imkerei ebenso wie für Landwirtschaft, Naturhaushalt und Artenvielfalt insgesamt. Bislang beschränkt sich das Handeln vieler Kommunen, auch in Mühlacker, im Wesentlichen auf Fälle, in denen von Nestern eine unmittelbare Gefahr für Menschen ausgeht. Aus Sicht der SPD greift dieses Vorgehen zu kurz. „Jedes nicht entfernte Nest trägt dazu bei, dass sich diese invasive Art weiter ausbreitet und im Folgejahr noch stärker auftritt“, so Renner. Gerade im Frühjahr bestehe die Chance, durch das Auffinden und Entfernen von Primärnestern sowie durch das Abfangen von Königinnen präventiv einzugreifen. Später im Jahr entscheide die konsequente Beseitigung großer Sekundärnester über das Ausmaß der Vermehrung.

Mit ihrem Antrag fordert die SPD-Fraktion die Verwaltung auf, bis spätestens Sommer 2026 eine umfassende Strategie vorzulegen. Diese soll unter anderem eine fachliche Einschätzung zur aktuellen und zu erwartenden Ausbreitung im Stadtgebiet enthalten, die ökologischen Folgen bewerten und die rechtlichen Rahmenbedingungen darstellen. Zudem sollen konkrete Handlungsmöglichkeiten der Stadt aufgezeigt werden, auch über die reine Gefahrenabwehr für Menschen hinaus.

Ein zentraler Punkt ist die enge Zusammenarbeit mit den örtlichen Imkerinnen und Imkern sowie mit Naturschutzverbänden und ehrenamtlich Engagierten. „Die Imkerschaft ist häufig die erste, die das Auftreten der Vespa velutina erkennt und die Tragweite realistisch einschätzen kann. Allein können sie diese Aufgabe aber nicht bewältigen. Es braucht politische Unterstützung, klare Strukturen und eine koordinierte Vorgehensweise“, erklärt Julia Ziegler für die Fraktion.

Darüber hinaus soll geprüft werden, ob und in welchem Umfang die Stadt die Entfernung von Nestern auch dann unterstützen kann, wenn keine unmittelbare Gefahr für Menschen besteht, welche finanziellen Mittel hierfür notwendig wären und ob Förderprogramme von Land oder Bund genutzt werden können. Ebenso soll ein Konzept für Informations- und Sensibilisierungsarbeit in der Bevölkerung entwickelt werden, etwa über die städtische Website, das Amtsblatt oder öffentliche Veranstaltungen.

„Unser Ziel ist kein Aktionismus, sondern eine sachlich fundierte, vorausschauende Strategie“, so Renner abschließend. „Wenn wir heute nicht handeln, wird das Problem in den kommenden Jahren deutlich größer – ökologisch wie finanziell. Mit diesem Antrag wollen wir die Grundlage schaffen, um gemeinsam mit Fachstellen und Ehrenamtlichen ein wirksames kommunales Vorgehen zum Schutz unserer Umwelt und unserer Lebensgrundlagen zu entwickeln.“