Die SPD-Gemeinderatsfraktion Mühlacker setzt sich erneut für die Installation eines öffentlichen Trinkbrunnens im Stadtgebiet ein. Mit einem aktuellen Antrag fordert die Fraktion die Stadtverwaltung auf, mindestens einen Trinkbrunnen in der Kernstadt, beispielsweise in den Enzgärten, zu realisieren und perspektivisch auch die Stadtteile einzubeziehen. Dabei sollen die verfügbaren Fördermöglichkeiten des Landes Baden-Württemberg genutzt werden.
„Die Hitzewelle der vergangenen Woche hat deutlich gemacht, dass der Klimawandel längst auch bei uns angekommen ist. Heiße Tage und längere Trockenperioden werden künftig häufiger auftreten. Deshalb müssen wir unsere Stadt Schritt für Schritt an diese Entwicklung anpassen“, erklärt SPD-Fraktionsvorsitzender Paul Renner.
Bereits im Jahr 2024 hatte der Gemeinderat die Installation eines öffentlichen Trinkbrunnens beschlossen. Ein anschließender Antrag der SPD, hierfür Haushaltsmittel bereitzustellen, wurde jedoch im Rahmen der Haushaltsberatungen Ende 2025 abgelehnt. Ausschlaggebend waren damals insbesondere die Investitions- und Betriebskosten. Aus Sicht der SPD haben sich die Voraussetzungen inzwischen jedoch grundlegend verändert. Mit dem Landesförderprogramm „KLIMOPASS“ steht eine finanzielle Unterstützung für Trinkwasserspender in hitzebelasteten und stark frequentierten öffentlichen Bereichen zur Verfügung. Ergänzend schlägt die SPD vor, örtliche Partner wie die Stadtwerke Mühlacker oder weitere Unternehmen als Sponsoren zu gewinnen.
„Wenn Fördermittel und Sponsoren einen erheblichen Teil der Kosten übernehmen können, sollte der bereits gefasste Gemeinderatsbeschluss endlich umgesetzt werden. Jetzt gibt es die Chance, Klimaanpassung und einen verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Geldern miteinander zu verbinden. Ein frei zugängliches Trinkwasserangebot ist insbesondere für vulnerable Bevölkerungsgruppen ein wichtiger Beitrag zur Gesundheitsvorsorge und kann an heißen Tagen helfen, hitzebedingte Gesundheitsrisiken zu reduzieren“, so Julia Ziegler.
„Öffentliche Trinkbrunnen leisten einen wichtigen Beitrag zum Gesundheitsschutz und zur Anpassung an den Klimawandel. Sie ermöglichen allen Bürgerinnen und Bürgern einen kostenlosen Zugang zu Trinkwasser, erhöhen die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum und sind insbesondere für Kinder, ältere Menschen sowie Besucherinnen und Besucher an heißen Sommertagen von großem Nutzen“, ergänzen Jürgen Metzger und Uli Seibold.
Die SPD-Fraktion sieht die Enzgärten aufgrund ihrer hohen Besucherzahlen als idealen ersten Standort. Gleichzeitig soll der Einstieg in ein langfristiges Konzept erfolgen, damit künftig sowohl die Kernstadt als auch die Stadtteile Schritt für Schritt mit öffentlichen Trinkbrunnen ausgestattet werden können. Ziel ist es, den bestehenden Gemeinderatsbeschluss endlich umzusetzen und Mühlacker besser auf zunehmende Hitzeperioden vorzubereiten.